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Anlässlich der Ausstellungseröffnung „Straße der Romanik. Auf den Spuren der Ottonischen Kaiser“ am 19. Juli 2020 in der St. Nicolaikirche zu Burg, sprach Dr. Joachim Scherrieble vom Landesverwaltungsamt zu den Besuchern des Gottesdienstes. Wir geben den Wortlaut seiner Rede, die er in gekürzter Fassung hielt, hier ungekürzt wieder und laden damit herzlich zur Ausstellung ein, die noch bis zum 8. September jeden Montag - Freitag, 15.00-17.00 Uhr, geöffnet ist.



Die Seele berührende Steine

Die Straße der Romanik, eine Erfolgsgeschichte

„Ein Herz wie Stein“

Kennen Sie den Ausdruck „Ein Herz wie Stein“? Was verbinden Sie damit?  
Vermutlich denken Sie bei diesem Herz aus Stein zuerst an hartherzige Menschen, die anderen nichts gönnen, die hart urteilen und Hilfsbedürftigen nicht helfen? Besonders gefühlsarm, hart, modern formuliert nicht wirklich empathisch … - also vermutlich nicht was WIR mit uns selber in Verbindung bringen.

Doch das Bild mit dem Herz aus Stein spricht mich trotzdem an ... – etwa wenn ich das Gefühl habe, gerade bleibt wieder alles an mir hängen, oder wenn ich denke, ich müsste jetzt alles allein machen, dann bin ich innerlich vielleicht manchmal wie versteinert.

Der Prophet Ezechiel erzählt uns von so etwas wie einem göttlichen Versprechen: „Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch. Ich lege meinen Geist in euch…“ (Prophet Ezechiel 36, 25-28).

Bedeutet dann das „Herz aus Fleisch“, dass sich diese Menschen schneller erweichen lassen, dass sie barmherzig mit anderen umgehen?

Sie fragen sich nun vielleicht, warum ich Ihnen diese Gedanken vortrage in einem Gottesdienst anlässlich der Ausstellungseröffnung „Straße der Romanik. Auf den Spuren der Ottonischen Kaiser“.

Nun, ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, mich berühren romanische Bauwerke, ob Burgen für Ritter und Adelige, Klöster für den Klerus, Kirchen und Wehranlagen für die Bürgerschaft. Es weckt Erinnerungen an kindliche Wahrnehmungen und Traumwelten. Es fühlt sich immer etwas an wie „heimkommen“, geborgen, emotional …- ist das das „himmlische Jerusalem“, die „himmlische Herrlichkeit auf Erden“ Heimkommen zum himmlischen Vater?

Versuchen wir uns diesen Fragen, die so von Bedeutung waren für die Menschen vor 1000 Jahren, zu nähern - historisch, kunsthistorisch,literarisch.



Annäherungen an die Romanik   

Annäherung Historisch            

In der merowingischen Zeit war es zu einem allgemeinen Verfall der kirchlichen Organisation, der Schriftkultur und der Baukunst gekommen. Unter Karl dem Großen wurde das verstärkt geändert – mit Augenmerk auf die Baukunst im Rückgriff auf die Formensprache der römischen Architektur. Nach dem Niedergang der Karolinger und der Teilung des Reiches blühten im Ostfränkischen Reich Kunst und Architektur wieder auf, als die seit 919 regierenden Ottonenkaiser in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts politisch erstarkten.

Zwischen Harz und Elbe, Altmark und Saale-Unstrut entstanden in der Zeit von 950 bis 1250 n. Chr. in fast jedem Dorf und jeder Stadt eindrucksvolle Dome, Klöster, Burgen, Kirchen, Schlösser und Kapellen – heute ein einzigartiges open Air Museum europäischer Baukunst der Romanik.

Unter "romanisch" können wir vereinfacht die (lokal differierenden) Kunststile Westeuropas zwischen dem Ende des 8. und dem 13. Jahrhundert fassen.



Annäherung Kunsthistorisch

Die Kunst der Romanik gilt als die erste ganz Europa umfassende Epoche mittelalterlicher Kunst. Charakteristisch ist ihre Ausrichtung auf christliche Inhalte, weshalb wir manchmal von Ars Sacra sprechen. Die Architektur der Romanik war der erste monumentale Baustil seit der Antike und hatte als “Mutter der Künste” eine zentrale Bedeutung – Malerei, Bildhauerei, Kunsthandwerk standen in ihrem Dienst. Der Begriff “romanische Kunst” wurde 1824 durch den französischen Kunsthistoriker de Caumont eingeführt. Der Name verweist auf die Wiederverwendung von römisch-antiken Stilelementen wie Säulen, Pfeiler und Rundbögen, dem hervortretenden Merkmal romanischen Bauens. Der Bau von Kirchen war die künstlerische Hauptaufgabe (so wie bei den Griechen des Altertums der Bau von Tempeln). Die katholische Kirche als Hauptauftraggeber hatte im Mittelalter eine einheitliche, zentrale Organisationsform entwickelt, die über nationale Grenzen hinausreichte und dadurch wesentlich zur Entstehung eines einheitlichen romanischen Stils beitrug.

Die Baukörper in der Romanik sind aus klaren, geometrisch geformten Kuben zusammengesetzt. Der Eindruck ist massig, schwer, blockhaft, wuchtig. Mächtige Mauerflächen werden nur von kleinen Fenstern durchbrochen, die Ornamentik ist sparsam.

Annäherung literarisch

Grundthemen sind Seele, Gefühle, Individualität und Leidenschaft, in der Literatur materialisiert durch Motive der Liebe, Sehnsucht, Todessehnsucht, Fernweh, Einsamkeit in der Fremde etc.

 



Zur Straße der Romanik – Auf den Spuren der Ottonischen Kaiser

1.200 Kilometer führt die Straße der Romanik in Form einer acht durch Sachsen-Anhalt und verbindet auf einer Nord- und einer Südroute mit der Landeshauptstadt Magdeburg als Schnittpunkt faszinierende Bauwerke der Deutschen Baugeschichte.

Die Straße der Romanik ist Teilstück der Europäischen Kulturstraße Transromanica, einer der bekanntesten und beliebtesten Ferienstraßen Deutschlands, und die Quintessenz aller Romanik - Träume. Nirgendwo sonst in Deutschland gibt es so viele Zeugnisse aus der romanischen Zeitepoche wie in Sachsen-Anhalt.

Bis die Straße der Romanik 1993 durch den damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker offiziell eingeweiht wurde, war der Weg von der Idee bis zur Realisierung ein sinnbildlich steiniger. Verantwortliche in den Ministerien, Kommunen und vor allem Kirchen mussten von der Vision einer Verbindung zwischen Orten, deren Gemeinsamkeiten fast 1000 Jahre zurückliegen, überzeugt werden.

Ohne Engagement der unzähligen Ehrenamtlichen, Architektur- und Kunstliebhaber sowie Historiker, die für diese Idee warben und das Land Sachsen-Anhalt, das mit zahlreichen Fördermitteln die Umsetzung und Realisierung des Mammutprojektes möglich machten, wäre über so manche Kirchenmauer sprichwörtlich Gras gewachsen.

Inzwischen gehören der Straße der Romanik 88 Orte mit ihren jeweiligen Wahrzeichen dieser für Sachsen-Anhalt so bedeutenden Zeitepoche an, kommen jährlich fast 2 Millionen Touristen, um die Bauten zu besuchen und ist das rote Schild mit den weißen Rundbögen aus der öffentlichen Wahrnehmung nicht mehr wegzudenken. 

Eine Erfolgsgeschichte also in jederlei Hinsicht. Sie ist heute eine der bekanntesten touristischen Highlights in Sachsen-Anhalt, genießt jährlich steigende Besucherzahlen, ist identifikationsstiftend, durch dieses Projekt konnten viele Kirchen, Klöster etc. nicht nur vor dem Verfall gerettet werden, sondern auch so wiederhergerichtet werden, dass sie in ihrem alten Glanz erstrahlen.



Zum Förderbereich im Hintergrund – im Referat Denkmalschutz, UNESCO- Weltkulturerbe des Landesverwaltungsamtes

Die äußerst positive Entwicklung der „Straße der Romanik“ wurde kontinuierlich begleitet durch das Referat Denkmalschutz, UNESCO- Weltkulturerbe im Landesverwaltungsamt. In den Jahren 2004 bis 2019 förderte es insgesamt 213 Projekte im Kontext der Spuren ottonischer Kaiser mit Landes- und Bundesmitteln in Höhe von rund 14 Mio. Euro.

Das Referat gewährt – neben seinen Aufgaben als obere Denkmalschutzbehörde – Zuwendungen des Landes und des Bundes für Maßnahmen, die dem Erhalt, der Pflege und der Erschließung von Kulturdenkmalen dienen.

Seit Gründung des Landesverwaltungsamtes 2004 wurden aus Denkmalpflegemitteln des Landes und des Bundes knapp 4.500 Anträge auf Gewährung einer Zuwendung in Höhe von knapp 410 Mio. Euro bearbeitet und 1.373 Anträge in Höhe von knapp 140 Mio. Euro bewilligt. Das Gesamtinvestitionsvolumen betrug – einschließlich der Förderung – knapp 257 Mio. Euro – übrigens in der Regel an lokale und regionale Baubetriebe.

Die Prioritäten der Förderung liegen bei Projekten von überregionaler Bedeutung, die ein hohes öffentliches Interesse im Rahmen von Landesinitiativen oder Förderschwerpunkten aufweisen wie „Straße der Romanik“, „Gartenträume“, „Reformationsjubiläum“, „Bauhausjubiläum“ oder bei Projekten in den UNESCO-Welterbestätten. Des Weiteren begleitet das Referat verschiedene Bundesprogramme wie „Investitionen für nationale Kultureinrichtungen in Ostdeutschland“ (Invest-Ost), jetzt Investitionen für nationale Kultureinrichtungen Deutschland (INK), „National wertvolle Kulturdenkmäler“, das „Programm zur Sanierung und Modernisierung national bedeutsamer Orgeln“, die Denkmalschutz-Sonderprogramme des Bundes, Denkmalförderprojekte über das Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR (PMO-Vermögen) sowie zukünftig ganz neu aus dem „Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen“ des Bundes. 

Zur Vorbereitung des Reformationsjubiläums 2017 förderte das Referat Baumaßnahmen an Kulturdenkmalen in allen Luther-Orten, wie beispielsweise die Sanierung des Schlosses und der Schlosskirche sowie Luthers Predigerkirche St. Marien in Wittenberg. Insgesamt förderten meine Mitarbeiter und ich im Denkmalförderbereich des Referats in der sogenannten „Lutherdekade“ 2010-2017 zur Vorbereitung des Reformationsjubiläums 31 Projekte mit knapp 37 Mio. Euro Landesmittel und über 4 Mio. Euro Bundesmittel – und generierten hierdurch Gesamtinvestitionen von in Höhe von über 43 ¼ Mio. Euro.

2019 beging Deutschland den 100. Jahrestag der Gründung des Bauhauses. Zur Begleitung dieses Jubiläums förderte unser Referat in den Jahren 2017 bis 2020 insgesamt 47 Projekte und bewilligte hierfür Landesmittel in Höhe von knapp 7 Mio. Euro Landes- und gut 4 Mio. Euro Bundesmittel – wodurch Gesamtinvestitionen hierfür in Höhe von über 17 Mio. Euro veranlasst und ermöglicht wurden.

In Abstimmung mit allen Beteiligten unterstützt der Denkmalförderbereich im Landesverwaltungsamt darüber hinaus Privatpersonen, Vereine, Stiftungen und sonstige Eigentümer von Kulturdenkmalen bei deren Erhalt und Pflege. Entsprechende Sanierungsmaßnahmen wurden in den letzten fünf Jahren mit Landes- und Bundesmitteln in Höhe von über 29 Mio. Euro gefördert.



Zur Zeit nach dem Jubiläum - 25 Jahre und mehr, ein Ausblick.

Auch über das Jubiläum „25 Jahre Straße der Romanik“ hinaus unterstützt der Denkmalförderbereich im Landesverwaltungsamt den Erhalt, die Pflege und die weitere Erschließung von Kulturdenkmalen auf den Spuren der ottonischen Kaiser. Weitere Anträge auf Denkmalpflegeförderung für die Haushaltsjahre 2019 und 2020 sind in Bearbeitung für Fassaden- und Dachsanierungen, Glasfenster und Glockenstuhl, Monitoring und Inventarisierung in den Domen von Naumburg und Halberstadt im Kloster Memleben, in Kirchen in Sandau, Seehausen, Frose oder Burg sowie im Kloster Drübeck …

Im laufenden Haushaltsjahr sind sieben weitere Projekte mit ca. 1,85 Mio. Euro Bundes- und Landesmittel bewilligt. Sie sehen, es geht weiter...

Zu „St. Nicolai und Unser Lieben Frauen“ hier in BURG

Der spätromanische Granitquaderbau der von 1162 bis 1186 als romanische Pfeilerbasilika errichteten Unterkirche St. Nicolai ist fast vollständig erhalten und vermittelt ein eindrucksvolles Bild romanischer Baukunst.

Als Kirchengemeinde „St. Nicolai und Unser Lieben Frauen“ hier in Burg haben Sie sich die letzten Jahre sehr intensiv um ihre beiden Gotteshäuser bemüht – und dabei sehr verdient gemacht. Erwähnen möchte ich neben den jeweiligen Kirchenvorständen „im Hintergrund“ sowohl den aktuellen Pfarrer Peter Gümbel, der mit Ruhe, Geduld, Bedachtheit und großem professionellem Engagement die umfangreihen Sanierungsarbeiten sowie die damit zusammenhängenden Antragsunterlagen „begleitet“ hat. Dank gilt auch dem ehemaligen langjährigen Pfarrer Joachim Gremmes, der zwischen 1974 und 1985 die fast schon dem Verfall preisgegebene Kirche gegen viele Widerstände, nicht zuletzt Widerstände von Staat und Partei, mit fantasievollen und mutigen Aktionen, mit „angesteckter Unterstützung“ durch Gemeindemitglieder, Feierabendbrigaden und der Partnerkirche aus dem Westen letztlich vor Verfall oder Abbruch gerettet hat.



Seit 2015 wird nunmehr das Dach des Kirchenschiffes in mehreren Teilabschnitten saniert. Der Denkmalförderbereich im Landesverwaltungsamt bewilligte hierzu in den Jahren 2015, 2017 und 2018 für die schrittweise Sanierung des Kirchenschiffdaches Landes- und Bundesmittel in Höhe von insgesamt 280.000 Euro.

In Vorbereitung der dringlich notwendigen Sanierungsarbeiten im Bereich Dachstuhl des Chores waren bauforscherische Untersuchungen des hölzernen Dachtragwerkes durchgeführt worden, in deren Ergebnis der derzeit vorhandene Chor - Dachstuhl auf das Jahr 1358 datiert wurde. Bis auf sehr wenige Reparaturen ist die Dachkonstruktion bis zum heutigen Tage unverändert erhalten.

Für das Haushaltsjahr 2019 konnten wir für die Dachsanierung des Kirchenschiffs (Chordach) von St. Nicolai in Burg eine weitere Zuwendung in Höhe von 100.000 Euro Landesmittel und 100.000 Euro Bundesmittel aus dem Programm „National wertvolle Kulturdenkmäler“ bewilligen.

Zur Ausstellung

Die Straße der Romanik, eine Erfolgsgeschichte. Doch was steckt hinter der romanischen Baukunst, warum ist diese Epoche für Sachsen-Anhalt so bedeutend. Davon erzählt diese Ausstellung. Sie werden auf Ihrer virtuellen Entdeckungsreise durch unsere Ausstellung ausgewählte Objekte kennenlernen, Menschen, die maßgeblich am Erhalt der Gebäude beteiligt waren, Sie lesen kleine Geschichten, die in keinem Flyer oder Touristenführer zu finden sind und Sie werden darüber hinaus Informatives über die Fördermaßnahmen erfahren.

Im vorletzten Jahr 2018 feierte die Straße der Romanik ihr 25jähriges Jubiläum, für meine Kolleginnen und Kollegen und mich, für uns vom zuständigen Fachreferat Denkmalschutz, UNESCO-Weltkulturerbe des Landesverwaltungsamtes der zeitliche Anlass, die alten Fördermittelakten von den Anfängen bis jetzt hervorzuholen und nach Anekdoten und Geschichten zu durchforsten. Und wir befanden, das alles ist erzählenswert und vorzeigbar. Daraus entstand diese Ausstellung, die beispielhaft 18 Projekte porträtiert und dabei unseren ganz persönlichen Blick widerspiegelt. Die Ausstellung ist von der Idee, über die Konzeption bis hin zur inhaltlichen, visuellen und materiellen Umsetzung ein Inhouse-Projekt, alle Leistungen wurden somit selbst erbracht. Gerne nutze ich die Gelegenheit, an dieser Stelle meinen Kolleginnen und Kollegen vom Denkmalförderbereich sowie von der Pressestelle im Landesverwaltungsamt herzlich Dank zu sagen, besonders Frau Steinhardt. Sie zeichnet für das graphische Konzept, Texte und Realisierung der Ausstellung verantwortlich und die Zusammenarbeit während der Ausstellungserarbeitung bereitete große Freude.

Ich freue mich ganz besonders, heute hier an einem der 88 Standorte sein zu können und die Ausstellung – wenn Sie so wollen – am Ort des Geschehens zu präsentieren. Im Anschluss werden Sie die Gelegenheit haben, sich vertiefend mit einzelnen Orten der Romanik auseinanderzusetzen.

In Corona-Zeiten denke ich, wir gehen nicht zusammen in einem Rundgang durch die Ausstellung, sondern Sie entdecken diese bitte alleine oder in Corona-konformen Grüppchen …

Die Ausstellung ist seit Juni 2019 im Land unterwegs, erste Station war das Kloster Ilsenburg. Wer sich in Ruhe und im „Sitzen“ die Inhalte und Bilder anschauen möchte, für den haben wir eine Begleitbroschüre erstellt – gewissermaßen eine „Ausstellung to go“ – die Sie sich gern mitnehmen können. Diese kann gerne beim Landesverwaltungsamt nachbestellt werden.

Empfehlen möchte ich Ihnen wirklich alle der ausgewählten Orte und Geschichten – vielleicht als „Appetithäppchen“ – darf ich Sie neben Superlativen um die Dome zu Merseburg, Magdeburg und Naumburg stellvertretend hinweisen auf folgende „Roll-Ups“:

  • Zum Kloster Ilsenburg mit einer sehr bewegten Geschichte und einem in Europa einzigartigen geritzten Gipsstrichfußboden aus dem 12. Jhdt. mit einer Botschaft.
  • Zur Ruhestätte des ersten Deutschen Königspaares Heinrich I und Mathilde in der Stiftskirche St. Servatius Quedlinburg mit einer Krypta aus dem 10Jhdt. sowie kostbarstem Kirchenschatz und seiner unfreiwilligen Weltreise
  • Zum Benediktiner-Nonnenkloster St. Vitus Drübeck aus dem Jahr 960 und den wunderbar restaurierten historischen Gartenhäuschen der später angelegten mauerumschlossenen persönlichen Gärten als Rückzugsbereich der Stiftsdamen
  • Zur 961 erwähnte Stiftskirche St. Cyrakus Gernrode mit seiner um 1100 entstandenen ältesten erhaltenen deutschen Nachbildung des heiligen Grabes von Jerusalem, die sich von einem durch den Sozialismus stark vernachlässigten und herruntergekommenen Elend durch sehr aufwändige, erfolgreiche Sanierungsarbeiten - trotz Fehlens einer Mikrowelle für vier Meter lange Balken zu einem der bedeutendsten und besterhaltenen Bauwerke aus ottonischer Zeit weltweit gemausert hat.

Zum Kloster Memleben, Kaiserpfalz und Zentrum mittelalterlicher Europa-Politik mit vielen nachgewiesenen Herrscheraufenthalten der Ottonen von 936 bis 994, national bedeutendes Kulturdenkmal, Sterbeort Heinrichs I. und seines Sohnes Otto I. mit einer berührenden Krypta … - Geschichte pur!



Wenn Sie das nächste Mal Ihre Kirche verlassen, drehen Sie sich noch einmal um und schauen Sie auf die beeindruckende regelmäßige Bauweise – die kleineren Steine in einer Reihe, dann die mittleren und darüber die größeren … das ist ernsthaftes Arbeiten … – mit LIEBE gebaut am Haus Gottes.

 

Viel Freude und Erkenntnis beim Entdecken der „Straße der Romanik“ – viel Freude beim Entdecken von "die Seele berührenden Steinen mit Herz"!